Tafel 5:   Der Mischwald - mehr Vielfalt auf den zweiten Blick

Unser heimischer Buchenwald neigt dazu, die Vielfalt selbst einzuschränken. Die Buche „dunkelt“ gerne andere Pflanzen aus, indem sie viele Äste mit Blättern daran bildet, unter denen die anderen Pflanzen nicht genügend Licht bekommen. Außerdem ist sie besonders in Hessen ausgesprochen konkurrenzstark.

Immer dann, wenn unterschiedliche Verhältnisse zusammenstoßen (z.B. am Waldrand), dann erhöht sich die Artenvielfalt signifikant. Bei sogenannten Störstellen im Wald, z.B. durch Windwürfe oder kleinflächigen Borkenkäferbefall kommt deutlich mehr Licht an den Boden und führt dort zum Wachstum von lichthungrigen Pflanzen und damit auch Tieren, die diese Pflanzen als Nahrungs– oder Fortpflanzungsbiotop benötigen.

Auch die Förster wissen um diese Tatsache und schaffen hier und da kleinste „Kahlschläge“ oder lichten den Buchenwald bewusst auf, um auch lichthungrigen Baumarten Lebensmöglichkeiten zu bieten. Als „Nebeneffekt“ kommen auch noch Begleitpflanzen mit entsprechenden Tierarten hinzu. Dieses Spiel mit dem Licht hat im Wald große ökologische Bedeutung (Lichtökologie).

In früheren Zeiten wurde der Buchenwald durch Großkahlschläge „verjüngt“. Dort war natürlich der Lichtgenuss für Pflanzen und Tiere maximal. Es stellte sich dort die sogenannte „Schlagflur“ ein mit charakteristischen Pflanzen. Die ökologischen Nachteile der Großkahlschläge (Mineralisierung von Humusauflagen und negative Einflüsse auf das Trinkwasser) überwiegen allerdings den Effekt der vorübergehenden Vielfalt.

Buchenwald im Frühling

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